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S. Pest1 , R. Matteuci Gothe1 , G. Kallischnigg1, W. Thimme2, H.M. Brenner1
ABSTRACT: Regionale Unterschiede in der Mortalität des akuten Myokardinfarktes (AMI) sind gut dokumentiert, aber bislang nur unzureichend erklärt. Vor diesem Hintergrund wurde 1997 / 98 von der Fachgruppe Epidemiologie des Institutes für Gesundheitswissenschaften der TU-Berlin mit Unterstützung der Ärztekammer Berlin und der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Frauen, Berlin, die versorgungsepidemiologische Studie Berliner Herzinfarktregister (BHR) initiiert. Seit Dezember 2000 wird das BHR durch die TU-Berlin und den Verein Berliner Herzinfarktregister e.V. getragen. Gegenwärtig beteiligen sich 26 Kliniken am Herzinfarktregister. Nachfolgend werden der aktuelle Stand der Erhebung und Forschung skizziert und aktuelle Problembereiche dargelegt.
BHR: Ziele: Erfassung der Einflussgrößen auf die Letalität, Mortalität und andere epidemiologische Zielgrössen des AMI unter Berücksichtigung von medizinischen Interventionen in Berlin (Hospital> Outcomes Research); Analyse der unterschiedlichen Behandlungsstrategien von Patienten mit AMI; Qualitätssicherung der medizinischen Versorgung. Studiendesign: Prospektive Beobachtungsstudie von neu hospitalisierten Patienten mit AMI über einen Erfassungszeitraum von drei Jahren (1999- 2001) mit einjährigem Follow-up. Einschlusskriterien: 1. Diagnose "akuter Myokardinfarkt"; 2. intensivmedizinische Erstbehandlung; 3. mind. zwei der drei folgenden Symptome: thoraxtypischer Schmerz, infarkttypische EKG- oder Laborveränderungen; 4. Prähospitalzeit bis 48h ab Symptombeginn. Erhoben werden: soziodemographische Daten (u.a. Alter, Geschlecht, Berufsgruppe, Familienstand, Wohnbezirk), klinische Patientenparameter (u.a. Risikofaktoren, Komorbidität, Schweregrad der Erkrankung), präklinische Behandlung (u.a. Vormedikation; Zeitpunkt, Art und Umfang der Notfall- und Erstversorgung), Diagnose- und Therapieverfahren sowie stationärer Verlauf <48h und >48h nach Klinikaufnahme (u.a. Medikation, Thrombolyse, PTCA / Stentimplantation, ACVB-OP, Schrittmachertherapie, Komplikationen), Zeitpunkte von Verlegungen, Entlassung, Interventionen und Komplikationen; im 1- Jahres Follow–up werden zusätzliche Items zur Rehabilitation und Lebensqualität erfasst. Primäre Outcomegrössen: intrahospitale Mortalität (<48h,>48h), 30-Tage und 1-Jahres Mortalität des AMI. Qualitätssicherung der Datenerhebung: Monitoring und Audits.
Es werden ausgewählte aktuelle Ergebnisse aus der laufenden Erhebung präsentiert. Im Anschluss folgt eine inhaltliche Diskussion zu Fragen der Repräsentativität und Vollständigkeit der Registerdaten. Dieses erfolgt insbesondere auch im Hinblick auf analytische Fragestellungen wie Krankenhaus- Benchmarking, Krankenhausvergleiche u.ä.. Abschließend werden strukturelle Problembereiche des Herzinfarktregisters wie Sponsoring, Datenhoheit, Publikationsrechte etc. erörtert.
1Institut für Gesundheitswissenschaften, FB Epidemiologie, TU-Berlin;
2Humboldt-Krankenhaus
| Zuletzt geändert: 28.04.2001 | von Antje Baumann |