Berliner Herzinfarktregister e. V.
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ASS, Beta Blocker und ACE Hemmer als initiale Therapie des Herzinfarktes: Oft unterschätzt?
 

(68. Jahrestagung der DGK, Mannheim 2002)

Hoffmann, S., Maier, B., Mohadjer, A., Kuckuck, H., Röhnisch, M.  für das Berliner Herzinfarktregister e.V., Berlin.


Einleitung:
Patienten (Pt.) mit akutem Herzinfarkt (AMI) profitieren von einer früheren Reperfusionstherapie. Der Stellenwert einer initalen Begleittherapie mit ASS, Beta Blocker (BB) und ACE Hemmern (ACE) ist nicht eindeutig definiert.

Methoden:
2945 Pt. mit AMI (1999 und 2000) wurden im Rahmen des Berliner Herzinfarktregisters auf die Häufigkeit einer Reperfusionstherapie  und initialen Begleittherapie untersucht. Gleichzeitig wurde der Einfluss dieser Therapieformen auf die Krankheitsmortalität (KHM) untersucht.  Die statistisch relevanten Einflussgrößen auf die Mortalität (Alter, Geschlecht, Herzinsuffizienz und Komorbidität) wurden adjustiert.

Ergebnisse:

Eine Reperfusionstherapie wurde bei 1741 Pt. (59%) durchgeführt, die KHM betrug 8,6%; sie betrug 19,3% wenn keine Reperfusionstherapie durchgeführt wurde (p<0,05). 91,8% aller Pt. erhielten initial ASS, 67,5% BB und 50% ACE. Eine Kombination aus allen drei Medikamenten erhielten 34,7% Pt., hier betrug die KHM 5,9%

Medikation mit Reperfusion ohne Reperfusion
  OR (95% KI) OR (95% KI)
ASS n.s. 0,36 (0,21; 0,36)
BB 0,27 (0,15; 0,15) 0,46 (0,32; 0,68)
ACE 0,38 (0,2; 0,7) 0,51 (0,35; 0,75)
ACE+BB+ACE 0,44 (0,23; 0,85) 0,52 (0,33; 0,82)

Ergebnisse der multivariaten Regressionsanalyse zum Einfluss der initialen Therapie auf die KHK.

Schlussfolgerung:

Die initiale 3fach-Therapie senkt bei Pt. mit und ohne Reperfusiontherapie die KHM. Sie wird nur bei einem Drittel der Pt. mit AMI eingesetzt. Ihr Stellenwert wird oft unterschätzt.

Zuletzt geändert: 08.05.02 Aktualisiert von: Denis Polossin